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Für den Trinker H.               (mittlerweile gestorben am Suff...und unvergessen)

Die seltenen leisen Töne
sind es,
die ich besonders an Dir mag.
Die leisen Töne,
die man bei all Deinem Gegröle,
Deinen Schlachtgesängen und Gebrülle
so schnell überhört-
und die die gleiche Sprache sprechen
wie deine Augen
und deine zarten
Holzfällerpranken...
Poltergeist
voller Gegensätze
- Großmaul
  mit ehrlichem Mitgefühl für Schwache
- Zyniker
  mit Glauben an Gerechtigkeit
- Grobian
  mit Feingefühl und Zärtlichkeit
- Saufnase
  mit Intelligenz und ungebeugtem Rückgrat.
Kein netter und freundlicher
angepaßter und bequemer "Niemand"
sondern:
geradlinig und ehrlich,
schwierig und halstarrig
unberechenbar und verletzend.
Deine eigene Verwundbarkeit
hinter einer Wand
höhnischer Grobheiten verbergend.
 
Dein ehrlicher Zorn
über Verlogenheit und Unterdrückung,
Dein Haß auf Faschisten, Folterknechte, Menschenverächter,
auf bigotte Popen und Tierquäler
entlädt sich
wie ein Gewitter!
Du schleuderst deine Blitze,
funkst Passanten in ihre Shopping- Laune,
und nur wer
trotz all Deiner ohrenbetäubenden Donnerschläge
noch hören kann
was Du wirklich sagst
spürt,
wie Recht Du hast!
Du bist
- der Hofnarr, der sich selbst
  und uns
  zum Narren macht
- der Igel
  der seine Weichteile
  mit aufgestellter Stachelpracht schützt
- der Denker,
  der seine Verletzlichkeit
  mit Bier und Ausfälligkeiten wegsäuft
 
 Du willst nicht mit dem Saufen aufhören-
 und meine Abstinenz findest Du lächerlich...
 O.K.
 Laß Dir trotzdem sagen:
 ich hab Dich gern!

 

 

 

Das ist die wohl einzige Kirchgängerin, die Du mögen würdest...lächel!

 

 

 

 

Das Gedicht "Don Quichote" habe ich gegen Ende
meiner Therapie im Schlößchen geschrieben.
 

Ich kenne ihn so gut

den Kampf gegen Windmühlen.

Erschöpfend!

Du packst die Flügel

und spürst,

wie sie Dich

von sich schleudern.

Stehst

ohnmächtig

dem ungleichen Kräfteverhältnis

gegenüber-

nicht erkennend,

dass Du gegen Dich selbst kämpfst.

Gegen Deine Angst,

Deine Unzulänglichkeit,

Deine Fehlerhaftigkeit...

All Deine Energie

setzt Du hinein,

um endlich

endlich

zu siegen.

Doch Windmühlen sind stärker.

Ermattet

und mit Wunden übersäht

gibst Du auf,

resigniert

entfernst Du dich

vom Schlachtfeld.

 

Was nun?

Um Dich endgültig

selbst aufzugeben

bist Du noch zu  stark,

um die Windmühlen zu besiegen

zu schwach.

 

Du flüchtest

in Deine Trauer

Deine Verantwortung

legst Du ab

wie eine rostige Lanze,

die sich bei Deinem langen Fußmarsch

als zu schwer erwiesen hat.

 

Die Abgeschiedenheit,

von Dir selbst gesucht,

um keine Windmühlen mehr sehen zu müssen

läßt Dich auch

keine Schönheiten mehr sehen.

Ein grauer Schleier

legt sich über Deine Augen

und das Leben

in seiner Fülle,

in seiner Farbenpracht

in seiner Vielfältigkeit

wird zu einer dunklen, zähen Masse

die Dir Deine Sinne verklebt

und langsam und bedrohlich

über Dich hinweg kriecht.

 

Don Quichote,

um leben zu können

bleibt Dir nichts anderes übrig,

als Deine zerkratzte Rüstung

und Dein Selbstmitleid

abzulegen.

Du fragst mich nach der Zange,

die Dein Kettenhemd zerstört,

dem Schlüssel

der das Tor zu Dir öffnet

und Dich die Windmühlen betreten lässt?

Beides musst Du

mit Deinen eigenen Händen schmieden.

Das Eisen wirst Du in der Erde finden,

die Art es zu bearbeiten

wird man Dir zeigen!

Doch Du ganz alleine

wirst Dir das Werkzeug erschaffen müssen,

mit dem Du

Dich und Dein Leben verändern kannst.

 

Wenn Du jedoch

im Morast Deiner ungeordneten Gefühle

und Deiner Einsamkeit

versinkst

dann wirst Du Dich

Stück für Stück,

ohne dass es

Deiner Frau,

Deinen Kindern

Deinem Freund Sancho auffällt,

töten-

bis in Deiner Rüstung nur noch Leere sein wird.

 

Mein Freund, ich weiß,

der Weg der vor Dir liegt,

ist nicht einfach!!

Du wirst über viele Steine stolpern,

Dich verirren,

ermüden,

und zurücklaufen.

Doch das Ziel,

Dich selbst zu finden

ist es wert...

Und vielleicht

kannst Du eines Tages

die Windmühlen,                                                          
die Du gestern noch  bekämpfen musstest

lieben....  

Frau Gilb

 

Frau Gilb, sie wohnte einst in Werne,


und rauchte immer furchtbar gerne!


Nach dem Sex und nach dem Essen


wurd' die Kippe nie vergessen.


Sie raucht des Nachts und auch am Morgen


wenn sie fühlt Freude, Angst und Sorgen.


Sie raucht in Pausen und auf dem Klo


egal ob traurig oder froh.

 
Die Haut zerknittert, die Bronchien verklebt


sie hat für's Nikotin gelebt.


Die Lungen schwarz, die Füße blau,

 
Frau Gilb war wirklich nicht sehr schlau!


Im Krankenhaus, vorm Exitus


war Gilbes einziger Verdruß


dass sie beim Sterben nicht rauchen kann


Ja, das ist Folter, mannomann!


Endlich gab sie den Löffel ab,

und fuhr ratz fatz in die Hölle ab


Sie klopfte ganz panisch ans Höllentor


zog schnell ihr Päckchen Kippen  hervor...


Ein Rauchverbot in jedem Bereich


da wurden vor Schreck ihre Knie ganz weich.


Der Nikotinteufel lachte ihr ins Gesicht


in der Hölle rauchen wir alle nicht...

 
Wir joggen frühmorgens und leben gesund


ein tonloser Schrei fleucht aus Frau Gilbens Mund


Hier gibt es nur Knäcke und Tofugericht,


Musik und Party, das kennen wir nicht


Lieben und Lachen ist streng untersagt


Katzen und Hunde sind auch nicht gefragt.

Das ist ja die Hölle- ich will wieder leben


zu spät, Frau Gilb, die Chance vergeben...

 
Hättste mal oben das Rauchen gelassen

würdest Du nicht das Leben verpassen,

das ohne Kippe so lebenswert ist

doch Du glaubtest des Teufels List.


Und die Moral von der Geschicht?


Das Rauchen lohnt sich wirklich nicht!