Zitate und Gedichte

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Einfach nur....Rilke 

 

       Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

 

 

Zitate und Gedichte
 

Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die normalen gebracht haben.

George Bernhard Shaw

 

 

 

 

 

Wir lieben die Menschen, die frisch heraussagen, was sie denken - falls sie das gleiche denken wie wir.

Mark Twain

 

Stolz zeigt Deine durchlittenen Enttäuschungen, Hochmut die, die Dir noch bevorstehen.

Hans Christoph Neuert

 

 

 

 

 

Kränkungen haben oft seltsame Folgen. Die verletzte Auster bildet eine Perle.

 

 

 

 

 

 

Ich ziehe den Haß, der mich respektiert, der Liebe, die mich beleidigt, vor.
Giuseppe Rovani
 
 

 

 

 

   

 

 

Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.

Friedrich Nietzsche

 

 

 

Wenn jemand

 ...aus seiner Seele heraus
auf irgend etwas reagiert,
das ihn tief berührt,
erscheint das
seelenlosen Menschen

immer als überspannt.

Kruppa

 

Ursache der Moral ist oft nur ein niedriger Blutdruck
Samuel Taylor Coleridge

 

 

Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann hat er sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde.

Albert Einstein

 

 

 

 

Wer A sagt, muss nicht auch B sagen, er kann auch erkennen, dass A falsch war

Brecht

 

 

 

 

Der Stolz, eine edle Leidenschaft, ist nicht blind vor eigenen Fehlern, der Hochmut wohl.

Georg Christoph Lichtenberg

 

 

Ein moralischer Zeigefinger ist meistens von Gewicht. Deswegen sollte man sich mit ihm nie zu weit aus dem Fenster lehnen.
 Wolfgang J. Reus

 

 

 

 

Hauthunger                               (A. Schneider)
 

 

Immer dann, wenn der Alltag grau ist, die Nacht dunkelblau und lau ist,
wenn ich atme und spüre, dass ich mich verliere,
dann ist es soweit, - dann ist "Hauthunger-Zeit" ;.

Hauthunger ist, das was passiert wenn man alleine, so unglaublich friert,
Hauthunger ist, der einzige Weg, den man gehen muss, - damit er vergeht...

Wenn der Hauthunger kommt, dann suche ich diesen besonderen Blick
von dem einen, den ich liebe, denn er macht mich verrückt,
dann lecke ich Salz von seinen Lenden, werde Wachs in seinen Händen,
dann brauche ich seine Kraft, die mich stark , - und wehrlos macht !

Hauthunger ist, wenn Phantasie aufbegehrt,
Gut und Böse miteinander verkehrt,
Hauthunger ist, wenn man am Morgen noch spürt
nachts haben sich Körper und Seele berührt...

Wenn der Hauthunger kommt, dann ist es Zeit für geile Spiele,
und die spielen sich leicht, denn wir kennen ja so viele,
dann tanzen tausend Zungen, hemmungslos und ungezwungen
dann ist alles erlaubt, was den Verstand - und die Einsamkeit - raubt...

Hauthunger ist, wenn die Welt stehen bleibt,
Körper an Körper, sich ordentlich reibt,
Hauthunger ist, erlebte Magie, wen sie verzaubert, ... - der vergißt sie nie.

Wenn der Hauthunger kommt, dann brauche ich deinen Arm,
der mich fliegen lässt, sicher und warm,
beisst du zärtlich meinen Nacken, darfst du alles mit mir machen,
ich verpfände dir mein Leben, habe es dir schon - längst gegeben.
Hauthunger ist, wenn sich Stimmen verbinden

die zu anderer Zeit, ihre Worte nicht finden,

Hauthunger ist, ein Feuer das entsteht,

das so lange lodert, - bis es vergeht ...

 

 

 

 
 
Prometheus
Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst
Und übe, dem Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöhn;
Mußt mir meine Erde
Doch lassen stehn
Und meine Hütte, die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.

Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonn als euch, Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.

Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus noch ein,
Kehrt ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr, zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

Wer half mir
Wider der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden da droben?

Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herrn und deine?

Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehen,
Weil nicht alle
Blütenträume reiften?

Hier sitz ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, zu weinen,
Zu genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich!

Johann Wolfgang von Goethe, 1773 

 

 

 

 

 

Wenn ich
Wenn ich wüßte !

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
dass ich dich zur Türe rausgehen sehe,
würde ich dich umarmen und küssen und dir sagen wie sehr ich dich liebe.

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
dass ich deine Stimme höre, würde ich ganz lange mit dir reden wollen,
dir sagen, dass ich dich sehr liebe oder das ich dir verzeihe.

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
dass ich einen Moment innehalten kann,
um zu sagen "Ich liebe dich"
anstatt davon auszugehen, dass du weißt,
dass ich dich liebe.

Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
dass ich da sein kann, um den Tag mit dir zu teilen,
weil ich sicher bin, dass es noch manchen Tag geben wird, so dass
ich diesen einen verstreichen lassen kann.
Wenn ich wüsste dass es das letzte Mal ist so würde ich dich
vor dem einschlafen um Verzeihung gebeten oder dir verziehen haben.
Wenn ich wüsste dass es das letzte Mal ist. hätte ich dir gesagt
wie sehr ich dich liebe und dir eine gute Nacht
mit einem wunderschönen Traum gewünscht.
Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
dass ich dich einschlafen sehe,
würde ich dich besser zudecken.

Nimm dir immer die Zeit zu sagen "Es tut mir leid"
"Bitte verzeih' mir", "Danke", oder "Ist in Ordnung"
und wenn es kein "Morgen" gibt.
musst Du den heutigen Tag nicht bereuen.
Vor dem einschlafen etwas in Ordnung bringen
und etwas liebes sagen.
 

Von "Unbekannt"

(dankeschön, lieber Unbekannt und G.))
 Zeit zu sagen "Es tut mir leid"
"Bitte verzeih' mir", "Danke", oder "Ist in Ordnung"
und wenn es kein "

Der andre Mann

Du lernst ihn in einer Gesellschaft kennen.
Er plaudert. Er ist zu dir nett.
Er kann dir alle Tenniscracks nennen.
Er sieht gut aus. Ohne Fett.
Er tanzt ausgezeichnet. Du siehst ihn dir an ...
Dann tritt zu euch beiden dein Mann.

Und du vergleichst sie in deinem Gemüte.
Dein Mann kommt nicht gut dabei weg.
Wie er schon dasteht -- du liebe Güte!
Und hinten am Hals der Speck!
Und du denkst bei dir so: "Eigentlich ...
Der da wäre ein Mann für mich."

Ach, gnädige Frau! Hör auf einen wahren
und guten alten Papa!
Hättst du den Neuen: in ein, zwei Jahren
ständest du ebenso da!
Dann kennst du seine Nuancen beim Kosen;
dann kennst du ihn in Unterhosen;
dann wird er satt in deinem Besitze;
dann kennst du alle seine Witze.
Dann siehst du ihn in Freude und Zorn,
von oben und unten, von hinten und vorn ...
Glaub mir: wenn man uns näher kennt,
gibt sich das mit dem happy end.
Wir sind manchmal reizend, auf einer Feier ...
und den Rest des Tages ganz wie Herr Meyer.
Beurteil uns nie nach den besten Stunden.

Und hast du einen Kerl gefunden,
mit dem man einigermaßen auskommen kann:
dann bleib bei dem eigenen Mann!

(Kurt Tucholsky)

Unterschätze nie die Macht dummer Leute, die einer Meinung sind.
Kurt Tucholsky,

 

Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.
Kurt Tucholsky

 

Die Katholiken terrorisieren das Land mit einer Auffassung vom Wesen der Ehe, die die ihre ist und die uns nichts angeht
Kurt Tucholsky

 

Morgen" gibt.
einschlafen etwas in Ordnung bringen
und etwas liebes sagen.